Enuresis (Bettnässen)

…bedeutet unwillkürlichen Verlust von Urin im Schlaf. Das kann einerseits im Rahmen einer völlig normalen Harnblasenentleerung geschehen, die sich im Tiefschlaf der willkürlichen Kontrolle entzieht. Bei dieser Form des Einnässens wird in einem Zug eine große Menge von Urin abgesetzt. Andererseits können eigenständige Kontraktionen der Blase zu kurzzeitigem Nachgeben des Schließmuskels am Beckenboden führen. Dabei kommt es zu (meist wiederholtem) Abgang kleinerer Mengen von Urin.

Enuresis ist jedenfalls zunächst keine Krankheit. Bis zum fünften Geburtstag gilt es auch als völlig normal. Statistisch sind ungefähr 15% der Sechsjährigen nachts noch nicht völlig trocken. Hier wird es als verspätetes Erreichen eines Entwicklungsschrittes gesehen und benötigt zwar Geduld aber nicht unbedingt Behandlung. Nichtsdestotrotz kann es für die Familie und die/den BetroffeneN eine erhebliche psychosoziale Belastung darstellen. Spätestens wenn es so weit gekommen ist, braucht es Hilfe, Unterstützung und Therapie.

In unserer kinderärztlichen Ordination werden Abklärung und Therapie der Enuresis angeboten.

Als erster Schritt wird eine umfassende Anamnese erhoben.

Zweitens braucht es die Erstellung eines „Blasenprotokolls“. Dafür werden Sie von uns mit einem Tabellen-Vordruck und einem Harn-Messbecher versorgt. Wir ersuchen Sie über 48 Stunden neben der Trinkmenge jede einzelne Blasenentleerung des Kindes auf der Toilette mit Uhrzeit und Menge zu protokollieren. Während der Messperiode sollte das Kind auch zumindest einmal pro Nacht (vorzugsweise 2-3 Stunden nach dem Einschlafen) aufgeweckt und zur Blasenentleerung aufgefordert werden. Auf diese Weise sollte es gelingen die Frequenz und die Harn-Volumina im Alltag zu erfassen und die Relation der Harnproduktion zwischen Wachzustand und Schlaf zu definieren.

Drittens wird der Harn nativ untersucht.

Viertens sollte ein Ultraschall-Befund der Nieren und ableitenden Harnwege erstellt werden.

Mit den Resultaten setzen wir uns (Eltern, Kind und Arzt) dann zusammen und besprechen die weitere Vorgangsweise wobei wir auf die speziellen Bedürfnisse des betroffenen Kindes Rücksicht nehmen sollten.